Pflanzen in Hydrokultur richtig düngen – so geht's

Pflanzen, die in Blumenerde getopft wurden, beziehen Nährstoffe wie Stickstoff, Kalium und Phosphor, die sie für ihr Wachstum und die Blütenbildung benötigen, aus der Erde. Weil bei der Hydrokultur aber keine Erde verwendet wird, haben diese Pflanzen diese Möglichkeit nicht. Für sie ist eine regelmäßige Düngung daher lebenswichtig. Hierbei haben Sie die Wahl zwischen einem Flüssigdünger und einem Langzeitdünger. Mit beiden Düngern sind Ihre Pflanzen gut versorgt, daher ist es eher eine Frage Ihrer persönlichen Vorlieben, für welche Variante Sie sich entscheiden.

Flüssigdünger geben Sie in das Gießwasser

Einen Flüssigdünger geben Sie jedes Mal, wenn Sie Ihre Pflanzen gießen, in das Wasser. Hierbei sollten Sie sich genau an die Empfehlungen des Herstellers halten, um Ihre Pflanzen optimal zu versorgen. So vermeiden Sie eine Unterversorgung, aber auch eine Überdüngung, die ebenso schädlich ist. Für eine Flüssigdüngung eignen sich nur Mittel, die für die Hydrokultur zugelassen sind. Ihre Inhaltsstoffe lösen sich in Wasser auf, während Substanzen in herkömmlichen Düngern mit der Erde reagieren. Sie geben daher auf ganz unterschiedliche Weise ihre Nährstoffe frei und können nicht ohne weiteres vertauscht werden.
Der Dünger wird über das verästelte Wurzelwerk aufgenommen.
Der Dünger wird über das verästelte Wurzelwerk aufgenommen.

Ein Langzeitdünger versorgt Ihre Pflanzen drei bis vier Monate

Bei einem Langzeitdünger haben Sie die Wahl zwischen losem Dünger und Düngemitteln in einem Vlies oder in einer Düngebatterie. Eine Düngebatterie in der Form eines Rings eignet sich für Kulturtöpfe, die am Boden eine Aussparung besitzen, in die solch eine Batterie genau hineinpasst. Rechteckige Düngebatterien legen Sie dagegen einfach auf den Boden des Übertopfes. Der Kulturtopf mit der Pflanze steht dadurch auf der Batterie. Ein Vlies mit Dünger können Sie dagegen an eine Seite des Übertopfes legen und den Kulturtopf daneben platzieren. Es ist daher praktischer, wenn Kulturtopf und Übertopf die gleiche Höhe haben. Einen losen Langzeitdünger geben Sie einfach auf den Boden des Topfes oder in den Düngeschacht, falls Ihr Topf einen solchen Schacht besitzt. Auch bei diesen Mitteln sollten Sie unbedingt die Dosierungsempfehlung des Herstellers beachten, damit Ihre Pflanzen optimal versorgt sind.

Die Vor- und Nachteile von Langzeitdüngern

Die Verwendung eines Langzeitdüngers ist für eine gewisse Zeit praktisch, denn sie brauchen Ihre Pflanzen nur noch mit Leitungswasser zu gießen. Nach drei bis vier Monaten sind die darin enthaltenen Nährstoffe jedoch aufgebraucht, sodass Sie wieder für Nachschub sorgen müssen. Dies ist recht aufwändig, weil Sie die Pflanzen aus dem Topf nehmen müssen. Einen losen Dünger einfach auf den Blähton zu streuen, ist nicht zu empfehlen. Er fällt nicht zwangsläufig in das Wasser und kann nur wirken, wenn er mit dem Wasser in Kontakt kommt. Darüber hinaus verstopft er leicht die Zwischenräume im Blähton, sodass die Pflanzenwurzeln weniger Luft bekommen. Ein Langzeitdünger ist deshalb nur für Menschen zu empfehlen, die einen entsprechenden Aufwand betreiben möchten. Ein Düngerohr kann jedoch ein wenig helfen. Es wird beim Bepflanzen in den Topf gestellt und reicht vom Boden bis zur Oberfläche. In dieses Rohr können Sie ein Vlies oder einen losen Langzeitdünger geben. Aufgebrauchter Dünger sollte jedoch vor dem Befüllen mit einem neuen Dünger entfernt werden. Ein Vlies, das Sie leicht wieder aus dem Rohr nehmen können, ist für diese Art Düngung daher am besten geeignet.
Zum Schluss noch ein Hinweis: Wie bei der Kultur in Erde sollten Sie vom späten Herbst bis zum Beginn des Frühlings auf eine Düngung verzichten. Die meisten Pflanzen legen in dieser Zeit eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Ruhephase ein und benötigen deshalb kaum Nährstoffe.

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Über mich:

Den sprichwörtlichen "Keim" meiner Begeisterung für Samen, Sprossen und Keimlinge erweckte einst ein Keimgerät. Daher entstand mit meiner Seite keimgeraet.com ein erster Ratgeber zum Thema.
Den gesunden Vitamin- und Geschmacksbomben fühle ich mich bis heute verpflichtet, und im Laufe der Zeit verfasste ich weitere Artikel. Ihnen, liebe Leser, möchte ich damit die Angst vor der Aufzucht eigener Sprossen und Keime nehmen, und obendrein ein wunderschönes Hobby näher bringen!

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Über mich:

Mit meinem Ratgeber rund um die Hydrokultur möchte ich Ihnen ein spannendes Hobby vorstellen. Ich betreibe keinen Shop und verkaufe keine Pflanzen. Und nicht selten irritiert es auch mich, dass heute so manches Gemüse verkauft wird, welches nie mit Erde in Berührung gekommen ist. Für meine Zimmerpflanzen jedoch habe ich längst die Hydrokulturen schätzen gelernt.
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