Die Umstellung auf Hydrokultur – eine Anleitung

Wenn Ihnen die Hydrokultur zusagt, können Sie auch bereits vorhandene Pflanzen, die bislang in Erde gewachsen sind, auf Hydrokultur umstellen. Ganz einfach ist dies allerdings nicht, denn in Erde bilden Pflanzen andere Wurzeln als in Blähton. Dort entstehen sogenannte Wasserwurzeln, die im Allgemeinen etwas dicker und weniger stark verzweigt sind. Schon etwas ältere Pflanzen haben deshalb oft Probleme, sich an die neuen Bedingungen anzupassen. Am besten stellen Sie daher nur junge Pflanzen auf Hydrokultur um. Der beste Zeitpunkt hierfür ist das Frühjahr, denn dann beenden viele Pflanzen ihre natürliche Winterruhe und beginnen wieder zu wachsen.

Die Erde muss vollständig vom Wurzelballen entfernt werden

Bei der Umstellung auf Hydrokultur ist es sehr wichtig, dass Sie die Wurzeln Ihrer Pflanzen komplett von Erde befreien. Die Erde würde im Wasser zu faulen beginnen und Ihre Pflanzen leicht krank machen. Den größten Teil der Erde können Sie von Hand entfernen. Danach spülen Sie die Wurzeln am besten mit klarem Wasser ab, bis sie vollständig sauber sind. Achten Sie hierbei darauf, handwarmes Wasser zu verwenden, denn kaltes Wasser vertragen die meisten Pflanzen nur schlecht. Alle abgestorbenen Wurzeln entfernen Sie mit einem scharfen Messer, denn auch sie könnten im Wasser faulen. Falls die ein oder andere Wurzel zu lang ist, dürfen Sie auch diese ruhig ein wenig einkürzen.
Adieu! Die Umstellung auf Hydrokulturen.
Adieu! Die Umstellung auf Hydrokulturen.

Zum Eintopfen verwenden Sie am besten spezielle Gefäße für die Hydrokultur

Für die Hydrokultur benötigen Sie einen Innentopf mit Wasserstandsanzeiger und einen Übertopf. Informationen, was Sie beim Kauf von Innen- und Übertöpfen beachten sollten, finden Sie in meinem Artikel „Gefäße für die Hydrokultur“. In den Innentopf füllen Sie zunächst ein wenig Blähton und setzen erst dann die vorbereitete Pflanze hinein. So entsteht eine Drainageschicht, die verhindert, dass die Wurzeln der Pflanzen über eine längere Zeit im Wasser liegen. Auch den Blähton spülen Sie am besten vorher ab, um eventuell vorhandenen Staub und Schmutz zu entfernen. Im Anschluss setzen Sie den Wasserstandsanzeiger ein und füllen den gesamten Innentopf mit Blähton oder einem anderen Substrat auf. Indem Sie den Topf ein wenig schütteln oder das Substrat ein wenig andrücken, fällt der Blähton auch zwischen die einzelnen Wurzeln und gibt Ihrer Pflanze dadurch einen noch besseren Halt. Zum Schluss setzen Sie den Topf in einen Übertopf Ihrer Wahl, füllen Wasser in den Innentopf und stellen die Pflanze an den gewünschten Standort.

In der Umstellungsphase braucht die Pflanze Ruhe

Nach einer Umstellung auf Hydrokultur sollte eine Pflanze zumindest für einige Wochen am gleichen Platz stehen bleiben. Sie braucht viel Energie, um neue Wurzeln auszubilden. Ein ständiger Standortwechsel würde sie daher zusätzlich belasten. Weil Pflanzen nach einer Umstellung zunächst neue Wurzeln bilden müssen, werden sich in den ersten Wochen vermutlich keine neuen Blätter oder Blüten bilden. Dies sollte Sie jedoch nicht weiter beunruhigen, so lange Ihre Pflanzen gesund aussehen. Mit der richtigen Pflege wird sich nach einigen Wochen oder Monaten auch wieder überirdisches Wachstum zeigen.
Mein Tipp für Sie: Bei älteren Pflanzen, die sich für eine Umstellung nicht mehr eignen, können Sie anstelle der kompletten Pflanze einen Ableger für die Hydrokultur verwenden. So stellen Sie ganz allmählich sämtliche Pflanzen auf Hydrokultur um.

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Über mich:

Den sprichwörtlichen "Keim" meiner Begeisterung für Samen, Sprossen und Keimlinge erweckte einst ein Keimgerät. Daher entstand mit meiner Seite keimgeraet.com ein erster Ratgeber zum Thema.
Den gesunden Vitamin- und Geschmacksbomben fühle ich mich bis heute verpflichtet, und im Laufe der Zeit verfasste ich weitere Artikel. Ihnen, liebe Leser, möchte ich damit die Angst vor der Aufzucht eigener Sprossen und Keime nehmen, und obendrein ein wunderschönes Hobby näher bringen!

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Über mich:

Mit meinem Ratgeber rund um die Hydrokultur möchte ich Ihnen ein spannendes Hobby vorstellen. Ich betreibe keinen Shop und verkaufe keine Pflanzen. Und nicht selten irritiert es auch mich, dass heute so manches Gemüse verkauft wird, welches nie mit Erde in Berührung gekommen ist. Für meine Zimmerpflanzen jedoch habe ich längst die Hydrokulturen schätzen gelernt.
Informieren Sie sich auf diesen Seiten, stöbern Sie, und lesen Sie nach, was es Spannendes zu wissen gibt.