Pflanzen in Hydrokultur

Hydrokultur: Pflegeleichte Hydropflanzen in Blähton

Die Hydrokultur ist nicht nur für Hobbygärtner ohne grünen Daumen, die sich bei der Pflege ihrer Pflanzen etwas schwertun, eine gute Alternative. Sie ist auch für Menschen interessant, die oft auf Reisen sind oder generell nur wenig Zeit für ihre Gewächse haben. Außerdem ist die Hydrokultur in Büros und Geschäftsräumen sehr beliebt, weil auch dort Pflanzen leicht vergessen werden. Sie eignet sich für den Innenbereich und für Außenbereiche wie beispielsweise Balkone und Terrassen. Nicht zuletzt kommt die Hydrokultur aber inzwischen auch immer häufiger im gewerblichen Anbau von Obst und Gemüse zum Einsatz und spielt bei der sogenannten Vertikalen Landwirtschaft, die möglicherweise in Zukunft vielerorts genutzt werden wird, eine wichtige Rolle.
Eine Pflanze in Hydrokultur: Hübsch anzusehen und pflegeleicht!
Eine Pflanze in Hydrokultur: Hübsch anzusehen und pflegeleicht!

Bei der Hydrokultur sind Pflanzen über Wochen gut versorgt

Hydrokultur bedeutet übersetzt Wasserkultur. Bei dieser Kulturform kommen Pflanzen ganz ohne Erde aus und werden stattdessen in ein anorganisches Substrat gepflanzt, das ihren Wurzeln ausreichend Halt gibt. Hierbei handelt es sich meist um Blähton, aber auch andere Substrate sind geeignet. Der größte Vorteil der Hydrokultur besteht darin, dass in den Pflanzgefäßen immer genügend Wasser steht, das durch die Kapillarwirkung des Substrats nach oben befördert wird. Die Pflanzen nehmen sich daher selbst so viel Wasser, wie sie benötigen. Auch die Versorgung mit Nährstoffen ist recht leicht, denn ein Dünger wird entweder dem Gießwasser hinzugefügt oder in Form eines Granulats in den Topf gegeben. Trotz all dieser Vorteile gibt es bei der Hydrokultur jedoch einige wichtige Punkte zu beachten, damit die Pflanzen gut gedeihen. Auch über diese Pflegemaßnahmen möchte ich Sie auf dieser Internetseite informieren. Wenn Sie sich diesbezüglich einen ersten Überblick verschaffen möchten, empfehle ich Ihnen sich zunächst mit Hilfe der Anleitung über die Grundlagen der Hydrokultur zu informieren.

Praktisches Zubehör erleichtert Ihnen die Pflege der Hydrokulturpflanzen

Die richtigen Kultur- und Übertöpfe sind bei der Hydrokultur ebenfalls sehr wichtig. Darüber hinaus gibt es vielerlei Zubehör, das Ihnen die Pflege Ihrer Pflanzen erleichtert. Hierzu gehört vor allem der Wasserstandanzeiger, der Ihnen dabei hilft, die Wassermenge richtig zu dosieren. Ebenso praktisch ist aber auch Zubehör wie ein Düngerohr oder eine kleine Handpumpe. Lesen Sie deshalb meine Ratgeber, welche Pflanzgefäße sich für diese Kulturform eignen und was Sie beim Kauf von Substraten und Zubehör beachten sollten.
Geeignetes Substrat für die Hydrokultur: Der Blähton
Geeignetes Substrat für die Hydrokultur: Der Blähton

Geeignete Pflanzen für die Hydrokultur

Für die Hydrokultur ganz ohne Erde eignen sich im Prinzip fast alle Pflanzen. Manche gedeihen im Blähton jedoch besonders gut, andere würden dagegen einen herkömmlichen Topf mit Blumenerde bevorzugen. Im Nachfolgenden deshalb einige Tipps, worauf Sie bei der Auswahl Ihrer Pflanzen achten sollten.

Blüh- und Grünpflanzen für die Hydrokultur

Einige Blühpflanzen wie das Usambaraveilchen mögen es gar nicht, wenn ihre Blätter beim Gießen nass werden. Für sie ist die Kultur in Blähton daher von Vorteil, denn so nehmen sie das Wasser allein über ihre Wurzeln auf. Gleiches gilt für Pflanzen, die empfindlich auf ein zu nasses Substrat reagieren. Zu dieser Gruppe gehört zum Beispiel das Flammende Käthchen. Außerdem sind Grünpflanzen wie Palmen, Gräser, Farne und Bambus in der Hydrokultur beliebt. Sie sollten jedoch schon in Hydrokultur gezogen worden sein, denn die Umstellung von der Kultur in Erde auf Hydrokultur ist bei großen Pflanzen oft schwierig und führt nicht selten dazu, dass die Pflanzen absterben. Für die Hydrokultur gut geeignete Grünpflanzen sind beispielsweise der Ficus und der Elefantenfuß. Falls Sie eine Pflanze für einen Standort mit relativ wenig Licht suchen, ist außerdem die Kentiapalme zu empfehlen.

Orchideen

Orchideen brauchen grundsätzlich ein möglichst grobes Substrat, damit ihre Wurzeln nicht faulen. Auch sie sind für die Hydrokultur deshalb gut geeignet. Bei Orchideen sollten Sie jedoch darauf achten, grobkörnigen Blähton mit einem Durchmesser von 8 bis 16 Millimeter zu verwenden. So bekommen die Wurzeln genügend Luft. Außerdem richten Sie sich beim Gießen besser nicht nach dem Wasserstandsanzeiger. Selbst wenn er auf Minimum steht, ist dies für Orchideen oft schon zu viel. Am besten entfernen Sie ihn daher aus dem Pflanzgefäß und geben immer nur ein klein wenig Wasser in den Topf. Gegossen wird erst wieder, wenn kein Wasser mehr vorhanden ist. Lesen Sie hier mehr über Orchideen in Hydrokultur.

Kakteen

Kakteen gedeihen besonders gut in Blähton, denn sie wachsen auch in freier Natur in sehr trockenen Böden und beziehen das Wasser aus tieferen Erdschichten. Kakteen haben außerdem die Fähigkeit, Wasser zu speichern, um so längere Trockenperioden zu überstehen. Dies gilt im Übrigen auch für Sukkulenten wie die Agave oder die Aloe. Wie bei den Orchideen ignorieren Sie auch bei den Kakteen am besten den Wasserstandsanzeiger und geben stattdessen immer nur eine kleine Menge Wasser in den Topf.

Für die Hydrokultur weniger geeignete Pflanzen

Einige Pflanzen bilden eine Zwiebel. Hierzu gehören unter anderem die Hyazinthe, die Tulpe und die rund um die Weihnachtszeit beliebte Amaryllis. Bei ihnen ist die Hydrokultur ziemlich schwierig, denn wenn die Zwiebel im Wasser liegt, beginnt sie leicht zu faulen und die gesamte Pflanze stirbt ab. Bei Zwiebelblumen verzichten Sie daher besser auf Hydrokultur und pflanzen sie wie gewohnt in Erde. Ebenso ungeeignet sind Gewächse, die spezielle Substrate benötigen, wie beispielsweise die Fleischfressenden Pflanzen oder Karnivoren.

Pflanzen für sonnige und schattige Bereiche

Beim Kauf einer neuer Pflanze sollten Sie aber natürlich auch an ihren späteren Standort denken. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Hydrokultur nicht von der Kultur in Erde. Pflanzen, die viel Sonne benötigen, stehen daher auch bei der Hydrokultur idealerweise an einem Südfenster und Pflanzen mit geringerem Lichtbedarf am besten auf einer Fensterbank in Richtung Osten oder Westen. Für einen Standort mitten im Raum gibt es dagegen Gewächse wie den Gummibaum oder die Zamioculcas, die mit relativ wenig Licht auskommen. Diese Pflanzen werden deshalb auch gern für große Büro- und Geschäftsräume genutzt.

Auch die Nachteile der Hydrokulturen sollten Sie kennen

Nicht zuletzt möchte ich Sie aber auch über die Vor- und Nachteile der Hydrokultur informieren, damit Sie alle Fakten kennen und die richtige Entscheidung für oder gegen die Hydrokultur treffen können. Falls Sie Ihnen die Nachteile zu schwerwiegend erscheinen, müssen Sie jedoch nicht komplett auf pflegeleichte Pflanzen verzichten. In diesem Fall wären andere Pflanzgefäße mit integriertem Wasserspeicher möglicherweise interessant. Lesen Sie in diesem Fall meinen Artikel "Alternativen zur Hydrokultur".

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Über mich:

Den sprichwörtlichen "Keim" meiner Begeisterung für Samen, Sprossen und Keimlinge erweckte einst ein Keimgerät. Daher entstand mit meiner Seite keimgeraet.com ein erster Ratgeber zum Thema.
Den gesunden Vitamin- und Geschmacksbomben fühle ich mich bis heute verpflichtet, und im Laufe der Zeit verfasste ich weitere Artikel. Ihnen, liebe Leser, möchte ich damit die Angst vor der Aufzucht eigener Sprossen und Keime nehmen, und obendrein ein wunderschönes Hobby näher bringen!

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Über mich:

Mit meinem Ratgeber rund um die Hydrokultur möchte ich Ihnen ein spannendes Hobby vorstellen. Ich betreibe keinen Shop und verkaufe keine Pflanzen. Und nicht selten irritiert es auch mich, dass heute so manches Gemüse verkauft wird, welches nie mit Erde in Berührung gekommen ist. Für meine Zimmerpflanzen jedoch habe ich längst die Hydrokulturen schätzen gelernt.
Informieren Sie sich auf diesen Seiten, stöbern Sie, und lesen Sie nach, was es Spannendes zu wissen gibt.