Keimlingsbrot – Lecker, bekömmlich und selbstgemacht!

Wer Sprossen und Keime zieht, der kann sich auch gleich sein Keimlingsbrot selber machen. Tatsächlich sind die Backwaren vom Bäcker heute oftmals alles andere als gesund. Durch Zusatzstoffe werden Geschmack und Gewinn optimiert. Gleichermaßen bleibt die Gesundheit häufig zurück. Die alte Tugend Brot selber zu machen sollte nicht verloren gehen. Warum also nicht die gesunden Sprossen und Keime mit der Backware vereinen?

Mein Rezept für ein Keimlingsbrot

Sie können, wenn Sie keine andere Bezugsquelle haben, bei wenigen ausgewählten Anbietern im Internet ein Keimlingsbrot bestellen bzw. im Fachhandel kaufen - oder sich daran versuchen aus selbst gezogenen Sprossen ihr eigenen Keimlingsbrot zu backen. Wahrscheinlich benötigen Sie einige Testläufe, bis der gewünschte Geschmack erreicht ist, doch kann Ihnen nachfolgendes Keimlingsbrot Rezept vielleicht als Anregung dienen.
Keimlingsbrot
Ein Keimlingsbrot ist schmackhaft, gesund und bekömmlich. Also definitiv eine Alternative zu den verschiedenen Brotsorten vom Bäcker. Für ein solches Keimlingsbrot können Sie prinzipiell alle unbehandelten Getreidesorten verwenden, ganz nach Ihrem Geschmack. Geeignet sind Weizen, Hafer, Gerste, Roggen und vor allem der Dinkel, der auch als Grünkern bezeichnet wird. Besonders schmackhaft wird das Brot auch mit Buchweizen, der allerdings kein Getreide, sondern ein Knöterichgewächs ist. Für Keimlingsbrot gibt es verschiedene Rezepte, das nachfolgende Keimlingsbrot Rezept können Sie verändern, um Abwechslung im Speiseplan zu bekommen. Es ist einfach zu backen. Und das Beste: Die reine Arbeitszeit liegt lediglich bei 20 Minuten.

Keimlingsbrot-Rezept

Dieses Rezept ist auf eine Königskuchenform ausgelegt, also ein kleineres Brot, doch können Sie auch die Zutaten für eine größere Brotform verdoppeln.
  • 350 g Körner
  • 150 g Mehl, am besten Vollkornmehl
  • 100 g Leinsamen
  • 50 g Sonnenblumenkerne
  • 1 Esslöffel Salz
  • ½ Becher Rübenkraut
  • 500 ml Buttermilch
  • 1 Würfel Hefe
  • Wasser zum Keimen
Falls Sie es nicht schon längst haben, benötigen Sie weiterhin ein geeignetes Keimgerät, eine Königskuchenform und Backpulver.

Keimung der Körner

Ca. 36 Stunden vor dem Backen weichen Sie die Körner in Wasser ein, denn sie brauchen Zeit zum Ankeimen. Geben Sie die Körner in eine Keimschale und setzen Sie sie mit Leitungswasser an. Beachten Sie, dass das Übergießen mit Wasser nicht dem ausschließlichen Einweichen dient, sondern im Wasser vielmehr der Keimungsprozess eingeleitet werden soll. Verwenden Sie daher nicht mehr Wasser als unbedingt notwendig, damit Sie nicht eventuell überschüssiges Wasser und die darin enthaltenen Nährstoffe weggießen müssen. Sind die Körner demzufolge nach 36 Stunden noch nicht weich genug zum Backen, füllen Sie gegebenenfalls noch etwas Wasser nach und gönnen Sie den Körnern noch etwas Zeit.

Zubereitung des Keimlingsbrotes

Sind die Körner weich genug, geht’s an die Zubereitung.
  • Backform mit Backpapier auslegen
  • Buttermilch erwärmen, jedoch nicht kochen
  • Hefe und Rübenkraut in der Buttermilch auflösen
  • alle übrigen Zutaten in die Buttermilch einrühren
  • Teig in die Form füllen
  • Form auf den mittleren Rost des kalten Backofen stellen
  • auf den unteren Rost des Backofens eine feuerfeste Auflaufform mit Leitungswasser stellen
  • Brot bei 150 °C ca. zweieinhalb Stunden backen
  • nach Ende der Backzeit Brot mit dem Papier aus der Form heben und auf dem Rost noch trocknen lassen.
Hinweis: Der Teig kann flüssig sein, das ist jedoch kein Problem. Die Leinsamen quellen im Teig und nehmen ihm die Flüssigkeit. Wichtig ist, dass der Ofen nicht vorgeheizt wird, denn so kann das Brot richtig aufgehen.
Mögliche Veränderungen: Möchten Sie das Rezept verändern, können Sie jedes Mal eine andere Körnersorte und anderes Mehl verwenden. Sonnenblumenkerne können Sie durch Hasel- oder Walnüsse ersetzen. Ebenso erreichen Sie auch durch Zugabe von Sesam einen individuellen Geschmack. Auch können Sie Nüsse, wie Walnüsse, ebenso wie beispielsweise Mandeln verwenden und diese dem Teig untermischen. Es ist häufig ratsam diese Zutaten zuvor zu zerkleinern.

Warum sollte Keimlingsbrot gewählt werden?

Tatsächlich ist es möglich auch ganz unterschiedliche Brotsorten selber anzufertigen. Bei jedem dieser Brote sind die Inhaltsstoffe bekannt, wenn sie in der eigenen Küche zubereitet werden. Das Keimlingsbrot vereint jedoch zahlreiche weitere Vorteile.
  • Einfach zu verdauen – Wer mit Verdauungsschwierigkeiten kämpft, der sollte das herkömmliche Brot vielleicht mal für eine Weile reduzieren. Gewöhnliches Getreide ist für viele schwer verdaulich, besonders wenn es nicht hinreichend gekaut wird. Das Keimlingsbrot verfügt über gesunde Inhaltsstoffe, welche im Regelfall die Verdauung bevorteilen.
  • Spurenelemente und Mineralien – Magnesium, Kalium, Calcium, Zink, Eisen und Phosphor sind in größerer Menge und leicht verwertbar im Keimlingsbrot enthalten. Weniger Fett und Kalorien, dafür mehr ungesättigte Fettsäuren machen das Brot gesund.
  • Mit Keimlingsbrot abnehmen – Der geringere Fettanteil und die vielen Inhaltsstoffe helfen beim Abnehmen. Zudem macht das Brot aus Keimlingen lange satt.
  • Keine Belastung des Körpers – Das Brot verfügt nicht nur über zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe, es verzichtet auch auf die übliche Chemie, welche in den heutigen Lebensmitteln in großem Maße vorhanden ist.
  • Basisches Brot – Basische Brote vermeiden die Säurebildung. Leider sind viele Brote, die beim Bäcker als basisch angeboten werden, doch säurebildend. Gekeimtes Getreide (Dinkel, Nacktgerste, Kamut, Roggen, Einkorn, Nackhafer und Emmer) verhalten sich hier ganz anderes. Die Betonung liegt hier auf dem gekeimten Getreide. Wird das Dinkelbrot der Bäckerei aus Dinkelmehl hergestellt, so ist es wohl noch immer gesünder als ein Weißbrot, aber eben nicht basisch.

Brot – Früher, heute, morgen?

Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde Brot in den eigenen Haushalten selbstständig hergestellt. Dazu wurde frisch gemahlenes Getreide benötigt. Dieses wurde mit ein wenig Salz, hausgemachten Sauerteig, Wasser und Hefe vermischt. Bei einem solchen Brot wusste man noch, was sich an Inhaltsstoffen darin befindet.
Heute sind viele der konventionellen Backwaren leer an Inhaltsstoffen und werden mit Zusätzen vermengt. Zweifelsohne machen die Brote und Brötchen derzeit ebenfalls satt. Aber von einer gesunden Mahlzeit kann selten gesprochen werden. Bereits von Seiten der Landwirtschaft muss der Ertrag optimiert werden. Ansonsten könnten viele Bauern nicht überleben. Dies bedeutet den Einsatz von Chemie. Dadurch werden Pilze, Insekten und Unkraut vernichtet. Die Ernte wird aber auch belastet. Um das Wachstum zu fördern kommt weiterhin künstlicher Dünger zum Einsatz. Mit jedem Bissen geht droht diese Belastung in den menschlichen Körper überzugehen, wo sie von unserem Stoffwechsel und der Organe verarbeitet werden muss.
Ballaststoffe, wie Kleie oder Keime werden entfernt und an die Tiere verfüttert. Im Brot für die Menschen wird Mehl verwendet, welches selten reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist. Die Bedürfnisse an eine gesunde Ernährung werden hintenangestellt. Tatsächlich sollen einige chronische Erkrankungen auf den übermäßigen Genuss von herkömmlichem Brot zurückgehen.
Ihnen wird bereits beim Lesen übel? Dann wird es Zeit ins Morgen überzuwechseln. Mit den richtigen Zutaten und ein wenig Übung, sowie mit dem eigenen Sprossengarten, kann gesundes Keimlingsbrot selber hergestellt werden. Darauf wollen wir nachfolgend eingehen.

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Über mich:

Den sprichwörtlichen "Keim" meiner Begeisterung für Samen, Sprossen und Keimlinge erweckte einst ein Keimgerät. Daher entstand mit meiner Seite keimgeraet.com ein erster Ratgeber zum Thema.
Den gesunden Vitamin- und Geschmacksbomben fühle ich mich bis heute verpflichtet, und im Laufe der Zeit verfasste ich weitere Artikel. Ihnen, liebe Leser, möchte ich damit die Angst vor der Aufzucht eigener Sprossen und Keime nehmen, und obendrein ein wunderschönes Hobby näher bringen!

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